Koax Heli Glossar / Begriffserklärung

Fangen wir mal von oben an.

Die Paddelstange:
Ganz oben an jedem Koaxial Heli befindet sich die Paddelstange oder auch Stabilisator genannt.
Diese Paddelstange besteht aus einer Metallstange und zwei Gewichten an den Enden.
An dem Mittelstück ( Wippe ) sind zwei Kugeln ausgearbeitet, die zur Befestigung des / der oberen Anlenkgestänge dienen.
Über dieses, verstellbare Anlenkgestänge wird die Verbindung zum oberen Rotorblatthalter hergestellt.
Die Paddelstange wird in der Mitte, beweglich ( wippend ) in den oberen Rotorkopf eingehängt.
Die Aufgabe dieser Paddelstange oder Stabilisators ist es, den Koax Heli wärend des Fluges in der Luft zu stabilisieren.

Da sich eine verbogene, oder zu schwergängige Paddelstange / Stabilisator sehr negativ auf die Flugeigenschaften auswirkt, muss die Paddelstange immer gerade und leichtgängig sein.
Unkontrollierbare, unvorhersehbare, seitliche Ausbrüche wärend des Fluges rühren meistens von einer verbogenen Paddelstange her.
Je nach Hersteller und Ausführung werden die Gewichte an den Enden des Stabilisators, entweder geschraubt, durch Madenschrauben aufgeklemmt,  oder durch einen Einsteckmechanismus befestigt.
Je nach Hersteller und Ausführung werden auch unterschiedliche Längen der Paddelstange angeboten.
Eine verkürzte Paddelstange bewirkt eine Veränderung des Flugverhaltens.
Für Piloten die Ihren Koax Heli wunschgemäß agiler im Flugverhalten verändern möchten, gilt es bei den Versuchen eine ideale Abstimmung zwischen Länge der Paddelstange und der Position der Gewichte am Ende der Paddelstange zu finden. Aufeinander abgestimmte und erfolgreich getestete Komplettlösungen werden von diversen, guten Tuning Herstellern angeboten. 

Der obere Rotorkopf:

An dem oberen Rotorkopf wird die Paddelstange und der obere Rotorblatthalter befestigt.
Je nach Hersteller und Ausführung wird der obere Rotorkopf in Plastik oder Aluminium Versionen angeboten.
In der Plastik Version ist der obere Rotorkopf fest mit der Rotorwelle A verbunden.
Bei den verschiedenen Aluminum Versionen wird der obere Rotokopf mit Klemmschrauben ( Madenschrauben, Inbusschrauben ) an der Rotorwelle A befestigt..

Rotorblatthalter:
Je nach Hersteller und Ausführung sind bisher zwei unterschiedliche Versionen auf dem Markt.

Rotorblatthalter mit feststehenden Rotorblättern:
Die Rotorblatthalter sind in einem Guss fest mit den Rotorblättern verbunden.
Nachteil:
Die Rotorblätter schwenken bei einer "Feindberührung" nicht nach hinten weg und bekommen die ganze Wucht des Schlags ab.
Hierdurch werden die Rotorblätter oft unweigerlich und unbrauchbar zerstört.
Es gibt meines Wissens nur wenige Anbieter, die diese Rotorblätter herstellen und sind mangels Konkurenz sehr teuer.
Vorteil:
Ständige Kontrollen ob sich die Rotorblätter gelöst haben entfallen.

Rotorblatthalter für schwenkbare Rotorblätter :
Bei dem schwenkbaren Rotorblattsystem sind Rotorblätter und Rotorkopf voneinander getrennt und können auch einzeln gewechselt werden.
Auch hier bietet der Markt zwei Methoden zur Verbindung mit den Rotorblatthaltern, sowie verschiedene Materialien an.
Die wohl verbreitetsten Rotorblatthalter bestehen aus zwei Hälften, die auf die Rotorblattwellen der Rotorköpfe geschoben und miteinander verschraubt werden.
Es gibt auch Systeme, bei denen die Verbindung zum Rotorkopf mit einem Metallstift oder Splint hergestellt wird..
Vorteil:
Da die Rotorblätter schwenkbar sind, drehen sie sich bei einer "Feindberührung nach hinten weg und werden nich sofort zerstört.
Ein weiterer Voteil liegt im großen Angebot von verschiedensten Rotorblättern, die teilweise auch recht günstig zu bekommen sind.
Nachteil:
Eine ständige Kontrolle der Drehbarkeit, oder ob sich die Schrauben an den Rotorköpfen gelöst haben, ist unumgänglich.
Zudem bedarf es etwas Übung die richtige Einstellung zu finden.

Oberes Rotorwellenlager:
Diese Bauteil ist eines der wichtigsten an einem Koaxial Heli.
Die obere Rotorwellenführung besteht aus einer Art Hülse, in der ein Kugellager eingepresst ist.
Je nach Hersteller und Ausführung werden diese Wellenführungen in Pastik, oder Aluminium angeboten.

Bei Verschleiß oder zu viel Spiel des Kugellagers, sowie durch ungenauem Sitz der Welleführung verliert der Kaox Heli sehr schnell seine guten Schwebeeigenschaften.
In der Zeit in der ich dieses Hobby betreibe, habe ich leider oft den Eindruck bekommen, dass Seitens manche Hersteller und Piloten, sich der Wichtigkeit dieser Wellenführung anscheinend nicht bewusst sind. Auf zu viel Spiel oder Fertigungstolleranzen wird nach meiner Erfahrung zu wenig geachtet.
Eine gute Welleführung aus Aluminium und ein Präzisions Kugellager würde hier dauerhaft für Ruhe sorgen.


Die innere Rotorwelle oder Welle A:
Die Rotorwelle A auch oft innere Welle genannt, besteht je nach Hersteller und Ausführung, aus einer dünnen Metallstange und dem oberen Rotorkopf.
Die Rotorwelle A wird durch die äußere Hauptwelle B, gebrächlich auch als Hohlwelle bezeichnet, hindurch gesteckt und durch zwei Kugellager geführt.
Ein Kugellager befindet sich in der oberen Rotorwellenführung und das andere Kugellager ist in dem oberen Zahnrad B eingelassen.
Die Rotorwelle A treibt über das Zahnrad A, welches am unteren Ende der Rotorwelle befestigt ist, die obere Rotorebene an.

Da sich das Flugverhalten bei verbogenen Rotorwellen sehr stark negativ verändert ist eine regelmäßige Kontrolle, vor allem nach einer "Feindberührung" unabdingbar.
Durch eine verbogene Rotorwelle entstehen starke Vibrationen, die sehr schnell zu größeren Schäden am Koaxial Heli führen.
Eine verbogene Rotorwelle erkennt der Koax Heli Pilot schnell durch das veränderte Flugverhalten seines Koax Helis.
Wenn die Rotorwellen im ausgebauten Zustand einzeln und ohne Anbauteile über eine gerade, glatte Fläche gerollt werden erkennt der Koaxial Heli Pilot an einer unruhigen Rollbewegung, wenn die Rotorwelle verbogen ist.
Verbogene Rotorwellen müssen sofort ausgetauscht werden.

Hauptrotorwelle B oder Hohlwelle:
Die äußere Hauptrotorwelle B, gebräuchlich auch also Hohlwelle bezeichnet, besteht aus einem Metallröhrchen.
Je nach Hersteller und Ausführung ist diese Hauptrotorwelle B mit Bohrungen versehen, die zur Fixierung verschiedener Bauteile an der Hauptrotorwelle B dienen.
Darunter zählen z.B. unterer Rotorkopf und der Stellring oder auch Sicherungsring.
Bei einigen Koaxial Helis befindet sich ein aufgepresstes Zahnrad am unteren Ende der Rotorwelle B.
Andere Hauptrotorwellen haben nur am unteren Ende nur eine Bohrung die zur Befestigung von Zahnrad B dient.
Die Rotorwelle B wird durch die dafür vorgesehenen Öffnung des Chassis geschoben.
Durch die im unteren und oberen Bereich der Durchführung eingelassenen Kugellager wird eine geeignet Führung der Hauptrotorwelle möglich.
Auf eine möglichst spielfreien Lagerung sollte immer geachtet werden.
Die Hauptrotorwelle B treibt über das oben liegende Zahnrad B die untere Rotorebene an.

Unterer Rotorkopf und Rotorblatthalter:
Der untere Rotorkopf wird je nach Hersteller und Ausführung mit Klemmschrauben an der Hauptrotorwelle B befestigt.
Bei Hauptrotorwellen mit einer Bohrung in dem Bereich, wird diese Bohrungen zur Arretierung des unteren Rotorkopfes genutzt.
Hierbei wird die Bohrung genutzt um die genaue Position des unteren Rotorkopfes festzulegen.
Dazu werden die oberen Verschraubungen des Rotorkopfes genutzt um sie genau in die Bohrung zu schrauben.
Der untere Rotorkopf hat auch die Aufgabe als Befestigung der unteren Rotorblätter zu dienen.
Der unter Rotorblatthalter wird über zwei Anlenkgestänge mit der darunter hängend gelagerten Taumelscheibe verbunden.

Taumelscheibe:
Die Taumelscheibe hat eine wichtige Aufgabe. Mit Ihrer Hilfe ist erst die Steuerung des Helis möglich.
Sie besteht bei allen Koaxial Helis aus zwei Teilen. Einem oberen, drehbarem Teil und einem unteren, frei hängendem Teil.
An dem oberen, mitdrehenden Teil werden die unteren Rotorblatthalter über kleine Anlenkgestänge verbunden.
Der untere, hängende Teil wird mit zwei Anlenkgestängen, die zu den Servos führen angesteuert und in der quasi schwebenden Position gehalten.
Ein Führungsstift, der in einer Art Gabel seitlich geführt wird, verhindert, daß der unter Teil der Taumelscheibe in Drehrichtung der Hauptrotorwelle mitdreht.
Je nach Hersteller und Ausführung werden diese Taumelscheiben in Kunststoff oder aus Aluminium angeboten oder bereits werkseitig verbaut.

Stellring oder Sicherungsring:
Der Stellring oder Sicherungsring ist über die Hauptrotorwelle B geschoben und befindet sich zwischen Taumelscheibe und Kugellager der Chassisdurchführung.
Dieses kleine, unscheinbare Ding sorgt dafür, dass die Hauptrotorwelle B wärend des Fluges nicht nach unten druchrutscht.
Zusätzlich kann mit Hilfe dieses Stellrings auch ein Höhenspiel der Hauptrotorwelle B verhindert werden.

Zahnräder:
Das oben verbaute Zahnrad B treibt, wie schon beschrieben, die Hauptrotorwelle B an.
Das untere Zahnrad A treibt die Innere Rotorwelle A an.
Wie schon erwähnt wird das Zahnrad B entweder schon auf der Hauptwelle gepresst angeliefert, oder mit Hilfe von Klemmschrauben befestigt.
Das Zahnrad A für die innere Rotorwelle A wird mit der gleichen Methode mittels Klemmschrauben auf die Rotorwelle A befestigt.
Für den festen Sitz sind in der Rotorwelle A ein bis zwei Kerbungen eingearbeitet.
Hier ist darauf zu achten, dass die Klemmschrauben genau in die Kerbung der Rotorwelle A hinein geschraubt wird.

Servo:
Das Servo ist ein elektrischer Stellmotor, der über ein kleines, eingebautes Getriebe und außen angebaute Ruderhörner die eigentliche Steuerung des Koaxial Helis übernehmen.
Hierzu werden die Steuerbefehle die der Koax Heli Pilot am Sender gibt, auf die zwei Servos übertragen.
in die von außen am Servo angebrachten Ruderhörner wird ein weiteres Anlenkgestänge eingehängt, welches dann zur Taumelscheibe führt.

Ruderhörner:

Die Ruderhörner, die sich außen an jedem Servo befinden dienen dazu, die Drehbewegung des Servo in eine Auf - und Abbewegung umzuwandeln.
Durch diese Ruderhörner gehen mehrere Bohrungen. Je nachdem in welchem Loch nun das Anlenkgestänge eingehängt wird, verändert der Koaxial Heli sein Flugverhalten.
Je weiter das Anlenkgestänge nach Außen eingehängt wird, desto agiler reagiert der Koaxial Heli auf die Steuerbefehle des Piloten.

Das war schon der gesamte, mechanische Aufbau der in und an einem Koaial Heli verbaut ist.
Für die Bastler und Tüfftler unter uns gibt es einige Möglichkeiten durch Verbesserungen, also Tuning der Mechanik und der Elektronik, seinem Koaxial Heli auch noch bessere Flugeigenschaften beizubringen, als im Auslieferungszustand schon vorhanden sind.

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